#80 „Thunder“ (1982)

Große, düstere Lagerhallen. Bilder jenseits der menschlichen Vorstellungskraft. Takashi Ito, einst Schüler von Toshio Matsumoto, ist einer der bekanntesten Experimentalfilmer des japanischen Kinos. Tausende Fotografien filmt er in Stop-Motion Manier ab, erzeugt so Hochgeschwindigkeits-Kamerafahrten. Wir sausen durch rätselhafte Albträume, verfolgt von Videoinstallationen und Lichtblitzen.

In „Thunder“ wirft uns Ito in eine übernatürliche Illusion. Vertraute Plätze bekommen einen dunklen Schatten. Die Wirkung der Bilder entfaltet sich erst durch die Kombination mit Musik. Manche andere Werke Ito’s wie zum Beispiel „Spacy“ verfehlen diese audiovisuelle Einheit.

„Thunder“ verwirft die gewohnte Raumstruktur. Vertauscht Oben und Unten, spielt mit der Perspektive des Zuschauers und verweist dabei auf die maschinelle Konstruktion des Bildes, indem eine mechanische Bewegung durch den Raum reproduziert wird. In den knapp 10 Minuten des Films baut sich enorme Spannung auf. Das subjektive Gefühl des Unbehagens konzentriert sich durch die Elemente der Inszenierung auf einige wenige Augenblicke. Film in seiner reinsten Form.