#25 „Bakuman.“ (2015)

Der Beruf des Manga-ka ist der Traumberuf vieler Schüler in Japan. MASHIRO, dessen Onkel bereits ein berühmter Manga-ka war, hat eine Leidenschaft fürs Zeichnen und findet im Schulkameraden Takagi einen ebenso begeisterten Hobbyautor mit dem er versucht einen Erfolgstitel im landesweit bekanntesten Magazin für Mangas, dem Weekly Shōnen Jump, zu platzieren.

Der Titel des Filmes BAKUMAN. bezieht sich auf die von Mashiro´s Onkel erfundene,  fiktive Mangaserie Bakuman, die erfolgreich im Weekly Shounen Jump erschien, bis er schließlich unter dem Druck, jede Woche eine neue Episode abliefern zu müssen, zusammenbrach und starb.

Mashiro will nun in die Fußstapfen seines Onkels treten und entwirft zusammen mit Takagi einige Konzepte, die er beim Verlag vorlegt. Nach langem Zögern und etlichen Verbesserungen bekommen die beiden die Chance ihre eigene Mangaserie zu kreieren. Von nun an stehen sie in direkter Konkurrenz mit den anderen Manga-ka, die ihre Mangas im Magazin veröffentlichen. Allen voran EIJI NIIZUMA, einem Wunderkind, der seit dem sechsten Lebensjahr Mangas entwirft.

Seinem Genius scheinen Mashiro und Takagi nicht gewachsen. Bis sie sich für eine gewagte Wendung ihres Skriptes entscheiden. Sie lassen den Hauptcharakter sterben und ersetzen ihn bereits zu Beginn der Geschichte mit einer neuen, weiblichen Figur, die inspiriert ist von AZUKI, einer Klassenkameradin, in die Mashiro verliebt ist und die als Synchronsprecherin arbeitet.

Mit der geänderten Story gelingt es ihnen an NIIZUMA vorbei auf Platz 1 des Rankings zu kommen. Doch die Fortsetzung ihrer Serie scheitert an der Einhaltung der Deadline und sie müssen sich letztendlich dem Zeitdruck beugen. Nach drei Ausgaben ihres Mangas wird die Serie im Weekly Shounen Jump eingestellt.

Wie sollte es anders sein, der Film BAKUMAN. basiert auf dem gleichnamigen Manga von Tsugumi Ouba und Takeshi Obata. Ihr Manga wurde 2003 fortlaufend im Weekly Shounen Jump veröffentlicht und brachte drei Anime – Staffeln zu Tage und schließlich die hier vorgestellte Realverfilmung. Die Manga-ka Oubu und Obata sind hierzulande vor allem durch ihre erste Kooperation, Death Note, bekannt, welche ungefähr die selbe Vermarktungskette wie Bakuman. mit sich zog. Damit steht Bakuman. in der langen Tradition von Manga Verfilmungen an deren Spitze derzeit Filme wie Attack on Titan, Assassination Classroom oder Parasyte stehen und mit jungen, beliebten Schauspielern versuchen die Story des ursprünglichen Mangas bestmöglich zu verwerten.

Bei solchen kommerziellen Mainstreamproduktionen droht schnell das Abdriften in die Oberflächlichkeit und ins Klischee. Bakuman. schafft mit Hilfe der Selbstreflexivität gerade so die Balance. Zum einen ist er mit einem hervorragenden Cast besetzt, der einen Querschnitt durch die momentan angesagten Teenie – Idole Japans bietet. Zum anderen spielen diese teils sehr plump und uninspiriert.

Thematisch zeigt sich ein ähnliches Bild. Der Einblick in die Welt der Manga-ka ist sehr zugänglich dargestellt und äußerst kritisch. Eine Ode an die Welt der Mangas sieht definitiv anders aus, ist aber in diesem Zusammenhang nicht zu erwarten, da es ja gerade um den Druck in der Branche geht. Es wird sehr schön gezeigt, welcher Arbeitsaufwand mit der Entstehung weniger Seiten verbunden ist. Teilweise arbeitet ein einziger Zeichner zwei Tage oder mehr an einem einzigen Teller, der durch das Bild fliegt. Diese fast unmenschliche Leistung und die Herausforderung, vor die sowohl Autoren als auch Zeichner jede Woche von neuem gestellt werden machen den interessanten Teil des Filmes aus. Als eine Art Making-Of begleitet man die Charaktere beim Entstehungsprozess.

Fürchterlich hingegen ist die Liebesgeschichte zwischen Mashiro und Azuki erzählt. Sie wirkt aufgezwungen und unnatürlich. Hier herrscht leider kollektives Versagen: Schauspielerisch, Technisch und Erzählerisch. Die Szenen zwischen den beiden wirken wie aus einem anderen Film und passen einfach nicht in das Gesamtwerk. Die Motivation Azuki als Inspiration für die neue Figur des Mangas zu nehmen ist verständlich, aber nicht überzeugend dargestellt.

Wenn man sich diesen Teil wegdenkt, dann bleibt ein aufklärender Film über die Welt des Mangas und seiner Fans, der zudem stellenweise mit ganz nett anzusehenden Tricks, reale und gezeichnete Welt miteinander verschmelzen lässt.