#71 „Ima, Ai ni Yukimasu“ (2004)

„Ima, Ai ni Yukimasu“

aka

„Be with you“

Als Takeumi’s Frau, Mio, bei einem Unfall stirbt hinterlässt sie ihn mit dem gemeinsamen Sohn Yuji. Aber schon ein Jahr später begegnen sie im Wald einer Frau, die ihr exaktes Ebenbild zu sein scheint. Allerdings kann sie sich an nichts erinnern. Im Verlauf des Films versuchen Takeumi und Yuji ihre Erinnerungen wieder aufzufrischen.

Fernsehregisseur Nobuhiro Doi zieht hier wirklich alle Register des Melodramas, um dem Zuschauer einen Tearjerker unterzujubeln. Rückblenden, Handlungswendungen, kitschige Musik und vieles mehr. Die Handlung ist sehr vorhersehbar und wenig fesselnd. Einzig und allein die Schauspieler sind positiv zu erwähnen. Yūko Takeuchi, bekannt aus dem Horrorklassiker „The Ring“, spielt die Rolle der ahnungslosen Mio relativ überzeugend und dringt noch am ehesten zum Zuschauer durch. Ihr Filmpartner, Mikihiro Ogawa („Yamato“„Death Note“), spielt einen verweichtlichen Witwer, der unter einer sozialen Phobie leidet. Der Jüngste im Ensemble, Akashi Takei, der den Sohn Yuji spielt, liefert leider auch nur eine durchschnittliche Leistung auf der Leinwand ab.

Bildergebnis für Ima, ai ni yukimasu

Doi’s Background, sowie die Karrieren der Schauspieler, deuten schon auf die Fernsehbranche hin und lassen erkennen, warum sich „Be with you“ wie ein Fernsehdrama anfühlt. Es ist daher nur logisch, dass  die Produktion, die vom japanischen Sender TBS produziert wurde, ein Jahr später auch in Form einer Fernsehserie aufgegriffen wurde. Der Stoff wurde dem gleichnahmigen Roman von Takuji Ichikawa entlehnt, von dem unter anderem „Heavenly Forest“ 2006 den Weg in die Kinos fand.

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Trotz mittelmäßiger Handlung und bescheidener Schauspieler, war „Be with you“ ein großer Erfolg. Und zwar nicht nur in Japan, sondern auch in ganz Asien und den USA. Dies führte 2018 sogar zu einem koreanischen Remake.

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Stilistisch scheiden sich bei dem Drama die Geister. Auf der einen Seite sind Kameraeinstellungen, Schnitte und Setting wirklich gelungen. Auf der anderen Seite fühlt man sich von gewissen Elementen regelrecht belästigt. So lässt einen die Musik beispielsweise nie alleine. Jede Szene wird unterlegt von weichgespülten Klängen und der Film verwandelt sich dadurch in eine zähe Masse, die nur sehr langsam voran kommt. Szenen wird die Möglichkeit genommen hervorzustechen, da alles vereinheitlich wird. Darunter leidet die Botschaft des Films, die zwar gut gemeint ist, aber in den Klischees der Inszenierung ihre Authentizität verliert. Etwas weniger aufgeladene Symbolik hätte da sicher gut getan.

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„Be with you“ ist demnach ein Film für hoffnungslose Romantiker. Eine Geschichte über Liebe, Familie, Krankheit und Verlust, die in ihren Grundzüge viel ungenutztes Potenzial liegen lässt. Vielleicht bietet hier die Romanvorlage eine bessere Alternative.