#5 „Poruno Sutâ“ (1998)

Poruna Sutâ“

aka

Tokyo Rampage“.

Ein Teenager und eine Tasche voller Messer. Eine Gruppe Kleinkrimineller und ein Mädchen.

Arano trifft Kamijo, der von einem alternden Yakuza-Boss einen Mordauftrag bekommt. Arano schließt sich Kamijo´s Bande an und übernimmt den Mordauftrag.

Dann richtet er sich gegen Kamijo und will sich mit seiner Freundin Alice und einem Haufen Drogen nach Fiji absetzen.

Der Debutfilm von Toshiaki Toyoda beginnt mit Zeitlupen und verzerrten Gitarrenriffs der japanischen Psychedelic Rock Band Dip. Schauplatz der Handlung ist das Viertel Shibuya in Tokyo. Ein Mikrokosmus der Party-Jugendkultur in Japan. Eine lebendige Kameraführung und subjektive Einstellungen bestimmen den ersten Teil des Films. Im Verlauf des Films wird es aber ruhiger und das Tempo geht etwas zurück.

Der mysteriöse Hauptcharakter Arano handelt ohne wirkliche Motive. Niemand weiß, wo er herkommt und was sein Ziel ist. Er ist gefühlskalt und hat nicht viel Respekt vor dem Leben anderer. Der Film stellt ihn weder als Helden, noch als Anti-Helden dar. In diesem Punkt ist der Film genauso unmotiviert wie sein Hauptcharakter.

Arano redet zudem nicht wirklich. Er scheint aber einen besonderen Hass gegenüber den Yakuza zu haben und sagt ihnen ständig, dass sie nutzlos seien. Über diesen Satz geht sein Vokabular aber selten hinaus. Und spätestens als er den gesuchten Yakuza-Boss mit gefühlten 100 Messerstichen kommentarlos niederstreckt, merkt man, dass mit ihm etwas nicht stimmt.

Arano kann man stellvertretend für eine Jugend ohne Ziel verstehen, muss man aber nicht. Er weigert sich mit seiner Außenwelt zu kommunizieren. Wobei Gewalt eine Ausnahme darstellt.

 

Sein Gegenpart, Kamijo, hat zu Beginn des Films gerade seinen Vater verloren, was ihn in eine schwere Krise versetzt hat. Kann er sein Leben als Krimineller weiterführen und trotzdem seinen Vater stolz machen? Im Gegensatz zu Arano zeigt Kamijo starke Gefühle von Trauer und Angst. Paradox, da doch eigentlich er den Gangster-Part übernehmen soll. Aber auch er ist kein typischer Held. Seine Rolle als junger Kleinkrimineller zerbricht schlicht und einfach an der Brutalität und Abgeklärtheit die ihm mit Arano entgegenschlägt. Am Ende zerbrechen jedoch beide daran und Alice bleibt als einsames Skater-Girl  im Dschungel von Shibuya zurück.