Hitoshi Matsumoto

Hitoshi Matsumoto (*1963- , 5 Filme, Regisseur)

Der in Osaka geborene Hitoshi Matsumoto ist eines der bekanntesten Gesichter im japanischen Fernsehen. Als Owarai (vom jap. Wort für lachen, bezeichnet Komiker und deren Sketche) des Duos "Downtown" gelangt er Mitte der 80er-Jahre zusammen mit Masatoshi Hamada zu nationaler Berühmtheit. Inzwischen ist Matsumoto fünfmal die Woche in unterschiedlichen TV-Shows in der Funktion des Autors, Produzenten oder Moderators allgegenwärtig.

Ähnlich wie Takeshi Kitano, baut sich Matsumoto eine Karriere auch abseits des Manzai (Stand-up-Comedy, bei der sich zwei Personen im hohen Tempo Witze erzählen) im Filmgeschäft auf. Seine Regiearbeiten gelten als eine der wesentlichen Entdeckungen des zeitgenössischen Kinos der letzten Jahre. Matsumotos Markenzeichen sind Improvisation und absurd trockener Humor, die er meist selbst als Hauptdarsteller verkörpert.

Im Jahr 2001 reist Matsumoto mit einem japanischen TV-Team für 4 Tage nach Los Angeles und mimt in seinem Regiedebüt "Sasuke" einen Ninja, der sich als Babysitter versucht. Zugeschnitten auf ein amerikanisches Publikum, dient das Projekt als Test, ob Matsumotos Sketche auch in den USA ankommen. Der Film wird bei mehreren Testscreenings in New York gezeigt, um die Reaktionen des Publikums aufzuzeichnen. Der Erfolg in Übersee bleibt, trotz der im Film zu hörenden Lacher, aus.

Den ersten großen Erfolg als Filmemacher feiert Matsumoto mit "Big Man Japan" (2007). Die bizarre Mockumentary über einen zu groß geratenen Japaner, der gegen Monster kämpft, brachte ihm auch die Anerkennung ausländischer Kritiker. Zwei Jahre später veröffentlicht er "Symbol" (2009). Der im Escape-Room gefangene Matsumoto ist hier in seiner Paraderolle und zeigt Situationskomik auf höchstem Niveau. Dabei werden Comic Elemente und westliches Setting von "Sasuke" übernommen und mit der Extraportion Wahnsinn aus dem Vorgänger kombiniert.

In "Scabbard Samurai" (2011) überlässt Matsumoto einem Laiendarsteller, der im echten Leben eine Bar besitzt, die Hauptrolle. Das Leben eines zu Tode verurteilten Samurais hängt davon ab, ob er den jungen Kaiser zum Lachen bringen kann. Typische Merkmale Matsumotos lassen sich in der Simplizität des Skripts und der episodenhaften Struktur erkennen, in dessen Rahmen die Sketche lose verankert sind. Produziert von der namhaften Comedy-Agentur Yoshimoto Kogyo und gedreht in der Warp Station Edo, eine Filmstadt nahe Tokyos, besticht der Film vorallem durch gutes Casting und Pointen, die dank perfektem Timing fast immer ins Schwarze treffen.

Zuletzt sorgte der Comedian 2013 mit "R100" für Aufsehen. In dem Film jagt er einen Salaryman durch Tokyo, der verzweifelt versucht aus einem Domina-Vertrag auszusteigen. Matsumoto verarbeitet mit der Sado-Maso Thematik indirekt seine eigenen Erfahrungen in der Unterhaltungsbranche und beschreibt das schwierige Leben als Person im Rampenlicht. Ein ironischer, surrealer Albtraum mit autobiographischen Zügen.



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