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#15 "Ningen no jôken" (Teil 3) (1961)

"Ningen no jôken"

aka

"The Human Condition III: A Soldier´s Prayer"

aka

"Barfuß durch die Hölle: ...und dann kam das Ende"

Nachdem er den russischen Angriff überlebt hat, versucht Kaji mit einigen anderen Überleben hinter den feindlichen Linien Schutz zu finden. Mit dem Ziel seine geliebte Frau Michiko noch einmal wieder zu sehen durchsteht er alle erdenklichen Gefahren bis er schließlich doch in russische Gefangenschaft gerät.

Dort trifft er alte Feinde und merkt zudem, dass seine kommunistischen Ideale in der Realität von den Russen nicht gelebt werden. Desillusioniert beschließt Kaji auszubrechen, mit der Konsequenz, dass er in der Kälte Sibiriens erfriert.

Der dritte und letzte Teil der Filmreihe ist zugleich der Düsterste. Sowohl was die äußere, als auch die innere Gewalt anbelangt. Kaji mordet und ist mit großem Leid konfrontiert. Es wird wenig gescherzt, wie es in den bisherigen Teilen üblich war. Das große Finale stellt Kaji als gebrochenen Charakter dar.

Die ganze moralische Kraft von "Ningen no Joken" wirkt in diesem Teil am stärksten und wird kinematographisch, sowie narrativ in epischer Weise umgesetzt. Man sieht das Leid, das die Japaner den Chinesen antun. Man sieht was die Russen und die Chinesen den Japanern antun. Jeder leidet. Es gibt keinen Gewinner, niemand profitiert vom Krieg.


Wörter wie Freiheit, Demokratie oder Sozialismus, Wörter, an deren Werte Kaji fest glaubt, werden nur ausgenutzt. Sie erscheinen hohl und geben nur ein Versprechen, welches nicht gehalten wird. Es sind die großen Ideen, die in der Theorie gut klingen, aber unter denen das Individuum leidet. Was der Film zeigt ist, dass die Ideen selbst nicht schlecht sind. Das Problem ist der Mensch, der sie nicht richtig umsetzt. Der Mensch ist halt nur ein Mensch. Am Schluss ist es Kaji leid und er will Nichts mehr von irgendwelchen Ideologien wissen. Was ihn antreibt ist seine Liebe zu Michiko, deren endgültiges Schicksal allerdings unerzählt bleibt.

Erzählerisch schließt sich mit dem dritten Teil eine Symmetrie. Kaji beginnt in Teil 1 als Aufseher eines Gefangenenlagers und endet über einige Umwege selbst als Gefangener in einem Lager.

Als Fazit lässt sich sagen, dass es sich bei dieser Trilogie nicht um ein Spektakel handelt, wie man es vielleicht von anderen Trilogien oder von anderen (Anti-) Kriegsfilmen kennt. Man sieht keine riesigen Schlachten und der Protagonist ist auch kein Rambo, der mit seinem Gewehr alles und jeden niedermäht.

Da der Film dazu auffordert sich mit großen Themen auseinander zu setzen, ist der Zugang erst einmal schwieriger. Hinzu kommt natürlich auch die Gesamtlänge von fast 10 Stunden. Aber wenn man es wirklich geschafft hat und sich die Zeit genommen hat und mit Kaji den ganzen Weg mitgegangen ist, dann bleibt nach den drei Filmen ein ganz trauriger, bitterer Nachgeschmack, der nach der Sinnlosigkeit des Krieges schmeckt.

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#16 "Aoi haru" (2001) #14 "Ningen no jôken" (Teil 2) (1959)