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#107 "Breakout" (1988)

Vor der ikonischen Skyline Shinjukus, in den Hinterhöfen des Rotlichtmilieus, zwischen Love Hotels und Mülltonnen begibt sich Kommissar Kaji auf die Suche nach einem Serienmörder. Bei seinen Ermittlungen stößt der Schimanski Verschnitt mit Hang zu penibler Zahnhygiene auf brisante Verstrickungen, die bis in höchste Politikerkreise hineinreichen. Drogenschmuggel, leichte Mädchen und Erpressung stehen an der Tagesordnung eines korrupten Systems, das alles daran setzt den Kommissar an der Aufklärung der Mordserie zu hindern.

"Breakout" ist ein Rückschritt von den misogynistischen Anti-Helden aus Murakawas Vorgängerfilmen. In "Ressurrection of the Golden Wolf" (1979) und der "The Most Dangerous Game"-Reihe (1978) verkörperte Yasuka Matsuda einen heroinsüchtigen, frauenschlagenden Draufgänger, der sich an keine Regeln hielt und dafür vom Publikum als nicht jugendfreier Nachfolger von Sonny Chiba gefeiert wurde. Kaji, gespielt von Tatsuya Fuji ("Im Reich der Sinne" 1976), ist hingegen weichgespülter. Ausgestattet mit einer emotionalen Narbe aus der Vergangenheit, zeigt der Hauptcharakter auch verletzliche Momente. Markige Sprüche und der Charme eines unrasierten Weiberhelden bleiben jedoch fester Bestandteil der Figur.

Die körperbetonte Inszenierung stützt sich auf lange Kamerafahrten, Zwielicht und ein echtes Gespür für Zeitgeist, der sich in verrauchten Büros, pastellfarbenen Anzügen und dem exzessiven Gebrauch von Pagern bemerkbar macht. Die ausgeklügelten Settings sind optisch ansprechend, können aber nicht über die schleppende Erzählung hinwegtäuschen. Informationen über Charaktere fließen nur tröpfchenweise und ziehen den Film unnötig in die Länge. Hier verspielt der Regisseur leider das Potenzial für einen knackigen Actionkracher.

Toru Murakawa, der bis heute als Filmemacher aktiv ist, gönnt sich mit "Breakout" eine kleine Atempause vom chauvinistischen Kino seiner Anfangsjahre und präsentiert einen sauber orchestrierten Neo-noir Krimi mit tollen Hauptcharakteren. Einige Jahre später, nach dem japanischen Remake von "Top Gun" ("Best Guy" 1990), probiert Murakawa sein Glück als Regisseur in den USA und dreht unter anderem mit David Carradine den Actionfilm "Distant Justice" (1992).

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