#7 „Als die Sonne vom Himmel fiel“ (2015)

„Als die Sonne vom Himmel fiel“

aka

„The Day the Sun fell“.

Eine Filmemacherin auf den Spuren ihres Großvaters, der während des  Atombombenabwurfs im Zweiten Weltkrieg Arzt in Hiroshima war.

Aya Domenig hat eine Japanische Mutter und einen Schweizer Vater. Sie besucht ihre Großmutter in Hiroshima, um über die Vergangenheit, das Leben ihres Großvaters zu recherchieren.

Über Hirsoshima zu berichten, bedeutet auch immer über persönliche Schicksale zu berichten, die untrennbar mit der Katastrophe verbunden sind. Der Film beginnt daher mit intimen Einblicken und erzählt von der aufopfernden Arbeit der Krankenschwestern und Ärzte. Er versetzt uns in die Denkmuster einer Generation, für die der Kriegszustand normal war und die bereit war, alles für ihr Heimatland zu opfern.

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Genau in der Mitte des Films kommt es zu einem unvorhergesehenen Wendepunkt, der in die Aufnahmen des Films hineinplatzt- die Fukushima Katastrophe.

Ziemlich beeindruckend gelingt es Aya Domening in den Interviews mit den Überlebenden von Hiroshima eine Parallele zu Fukushima herzustellen. Schnell zeigt sich, dass Japan die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges noch nicht aufgearbeitet hat. Die Leute wollten lieber vergessen anstatt sich zu erinnern, hatten Angst vor der Wahrheit. Mit Fukushima erlebt das Land ein Déjà-Vu und zeigt in seiner Reaktion die selben Fehler wie damals. Die Lügen der Regierung über Strahlung, viel Gerede und wenig Handeln.

Das Resultat ist ein Plädoyer für Meinungsfreiheit und eine Anklage der Überlebenden von Hiroshima, verbunden mit einer Aufforderung an die Regierung endlich Verantwortung zu übernehmen.

„Als die Sonne vom Himmel fiel“ demonstriert ein authentisches Stück Zeitgeschichte und zeigt den Kampf der Kriegsgeneration Japans für eine bessere Zukunft ihrer Enkel und Urenkel, auch wenn sie wissen, dass es momentan sehr dunkel aussieht.

 

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