#33 „Die Rote Schildkröte“ (2016)

La Tortue Rouge“

aka

„The Red Turtle“

aka

„Die Rote Schildkröte“.

Ein schiffbrüchiger Mann strandet auf einer einsamen Insel. Seine Versuche mit einem Floss zu entkommen werden von einer roten Schildkröte verhindert. Bei einem Landgang der Schildkröte auf der Insel überwältigt der Mann sie, in der Hoffnung nun endlich fliehen zu können. Doch über Nacht findet eine wundersame Verwandlung statt, die dazu führt, dass er seine Pläne über Bord wirft.

Die Co-Produktion von Wild Bunch und Studio Ghibli stellt ein Novum dar. Ohne Dialoge, getragen von Zen – gleicher Ruhe und den Geräuschen der Natur, entwickelt der Film ein tieferes Verständnis für die Welt und deren Bewohner. Untermalt von einem orchestralen Soundtrack begleitet man den namenlosen Überlebenskünstler bei der Erkundung der Insel. Stellt sich die Natur dabei auch immer wieder als Feind des Menschen heraus, so geht der Mann im Laufe des Films eine innige Beziehung mit ihr ein.

Als eine Art Fabel erzählt der Film das Schicksal der Hauptfigur, über dessen Vorgeschichte nichts bekannt ist. Er ist herausgelöst aus dem Alltag und erscheint somit zuerst charakterlos. Erst die Interaktion mit seiner Umwelt strukturiert seine Figur, lässt ihn empathisch wirken. Dabei nehmen, wie bei Studio Ghibli Filmen üblich, Tiere und Natur eine eigenständige Rolle als Protagonisten ein und prägen den Film entscheidend mit.

DIE ROTE SCHILDKRÖTE ist der erste Film, den Studio Ghibli im Ausland produziert hat. In Zusammenarbeit mit dem niederländischen Animator und Trickfilmregisseur Michael Dudok de Wit, der 2001 mit Father and Daughter den Oscar für Bester animierter Kurzfilm gewann, entstand ein Hybrid. Ein Werk, dass die Brücke zwischen Ost und West schlägt. Zum einen der europäisch geprägte Zeichenstil. Oft in Supertotalen und mit Anlehnungen an den französischen Künstler Jean Giraud (Möbius). Bilder, die das Individuum in der Landschaft klein und unbedeutend wirken lassen. Zum anderen eine Geschichte, die die beseelte Natur der Tiere wiedergibt. Geprägt vom japanischen Shintoismus legt der Film einen harmonischen Umgang mit der Natur nahe. Dieser Film erinnert uns daran, dass die Natur etwas Größeres ist als unser eigenes Leben, etwas was wir nachfolgenden Generationen hinterlassen.

 

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