#3 „Sûpâ no Onna“ (1996)

Sûpâ no Onna

aka

Supermarket Woman“.

Der Supermarkt von Goro Kobayashi steht nach der Eröffnung des Konkurrenten „Bargains Galore“ kurz vor der Pleite und droht von ihm geschluckt zu werden. Als er seine alte Schulfreundin Hanako wiedertrifft, hilft ihm die clevere Hausfrau den Konkurrenzkampf aufzunehmen.

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Der Film über die Führung eines Supermarktes klingt langweiliger als er ist. Hanakos Methoden, um frischen Wind in die Service-Wüste von Goro´s Supermarkt zu bringen stoßen schon sehr bald auf den Widerstand der alteingessenen Mitarbeiter und des Managements. Schnell bilden sich zwei Lager heraus. Auf der einen Seite Hanako und die Kunden, welche sie versucht als Stammkunden zurück zu gewinnen. Auf der anderen Seite, die Metzger- , und Sushi Meister und das Management. Die Meister wollen, ihrer Zunft angemessen, höchste Qualität liefern und achten dabei aber nicht auf die Wünsche der Kunden und lassen sich nichts einreden. Das Management will möglichst gewinnbringend Ware verkaufen und hält daher die Metzger dazu an, altes Fleisch neu zu verpacken. Hinzu kommen korrupte Mitarbeiter und natürlich auch die Konkurrenz von „Bargains Galore“, die alle Hebel in Bewegung setzen, um Hanako den Wind aus den Segeln zu nehmen. Ihr Chef Goro Kobayashi steht zwischen den Stühlen und versucht zudem die alte Jugendliebe zu Hanako wieder aufleben zu lassen.

Was für den Zuschauer darüberhinaus wohl am interessantesten ist, sind die entlarvenden Techniken der Händler. Der Film wirkt an manchen Stellen sehr realistisch und man könnte meinen, dass man gerade echten Mitarbeitern eines Supermarktes bei der Arbeit zuschaut. Mit einem Augenzwinkern vermittelt der Film hier Basiswissen in Verhandlungs- und Verkaufsstrategie.

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Hauptdarstellerin Nobuko Miyamoto spielt die Rolle der gewieften, emanzipierte Frau mit Geschäftssinn, die immer an das Wohl des Kunden denkt. Sie stellt ihre männlichen Kollegen in den Schatten, denunziert sie aber nicht, sondern motiviert sie dazu Neues zu wagen und ihren Träumen zu folgen.

Sie ist prägend für die Filme von Regisseur Juzo Itami. Sie waren nicht nur bis zu seinem, bis heute nicht ganz einwandfrei aufgeklärten, Selbstmord liiert, sondern sie spielt auch in all seinen Filmen die Hauptrolle. Sei es als Steuerfahnderin in Marusa no Onna, als Anwältin in Minbo oder als Nudelköchin in Tampopo. Nobuko Miyamoto ist das Gesicht seiner Filme.

Wie schon in seinen anderen Filmen schafft es Itami eine lockere Stimmung aufzubauen, die den ganzen Film über dahinschwebbt. Untermalt von  jazziger Supermarktmusik, die einen ganz vergessen lässt wie schnell die Zeit vergeht, schaut man den Kunden beim Wiederentdecken des Supermarktes zu. Es ist aber auch kein Blödelfilm. Die Rettung des Supermarktes und die Bedürfnisbefriedigung der Kunden stehen im Mittelpunkt. Dem Film gelingt dadurch eine Balance zwischen Komödie, seichtem Drama und Romanze zu halten. Ein richtiger Wohlfühl-Film.

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