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Akio Jissoji

Akio Jissoji (1937-2006, 20 Filme, Regisseur)

Ost und West, Provokation und Unterhaltung, Traum und Realität. Regisseur Akio Jissoji vermischte in seiner 50 Jahre andauernden Schaffensphase Figuren aus französischer Romantik und japanischen Detektivgeschichten. Die Vorliebe für Übernatürliches, Kunst und menschliche Abgründe drückte er in wilden verkanteten Einstellungen, metaphorischen Darstellungen und spiritueller Symbolik aus. Dabei ließ sich Jissoji nicht von Genregrenzen aufhalten, produzierte von TV-Kinderserie bis Hardcore-Sex Streifen insgesamt 20 Filme sowie etliche Fernsehserien.

Die Zusammenarbeit mit der Art Theatre Group brachte seine fünf ersten Filme hervor, die sich mit Inzest, Okkultismus und Glaube beschäftigten. Darunter auch sein Magnum Opus, die sogenannte Buddhismus Trilogie bestehend aus „This Transient Life“, „Mandala“ und „Poem“. Unbeeindruckt von gängigen Konventionen entwickelt der Filmemacher zusammen mit Kameramann Masao Nakabori eine unverwechselbare Kinematographie. Motive wie Uhren, Spiegel und Wasseroberflächen ziehen sich als erweiterte Realitätsebene ebenso durch seine vernebelten Filme wie die Frau in der Rolle des Opfers. Ob als Kapitalismuskritik oder aus purem Sadismus, Jissojis Filme, insbesondere die für Studio Kuki („Arietta“, „La Valse“, „Dialogue“) mit Keiko Hara, zeigen in avantgardistischer Videoästhetik einen Leidensweg zwischen Neo-Noir und S&M Porno.

Diese kurzen, Twilight-Zone artigen Projekte stehen im Kontrast zu Megaprojekten wie dem Horrorfilm „Tokyo: The Last Megalopolis“ und „Ultra Q: The Movie“, die mit großem Budget und Special Effects (u.a. von H.R. Giger) ein ganz anderes Publikum bedienten.

Akio Jissoji, der französische Literatur studiert und eigentlich Diplomat werden sollte, verfilmte auch Werke von De Sade („Marquis de Sade’s Prosperities of Vice“ 1988), Rampo Edogawa („A Watcher in the Attic“ 1994, „Murder on D Street“ 1998, „Rampo Noir“ 2005, „Ten Nights of Dreams“ 2006), Kyoka Izumi („Blue Lake Girl“ 1986) und Natsuhiko Kyogoku („Ubume“ 2005). Das Resultat waren teils komplexe theatertheoretische Filme geprägt von intellektuell unnahbaren männlichen Charakteren. Neben der Arbeit an „Ultraman“ (1979), die ihn zu seinen Fernsehwurzeln zurückbrachte, sticht vor allem „Lanterns on Blue Waters“ heraus. Denn, der 1983 vom japanischen Bildungsministerium ausgezeichnete Film über einen japanischen Auswanderer (sog. Issei) auf Hawaii zeigt Yasujiro Ozus Ensembleschauspieler Ryu Chisu in einem familienfreundlichen Drama, welches (fast) gänzlich auf Erotik verzichtet.

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